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Über die zukünftige Herausforderung als Arbeitgeber, die Generation Z zufriedenzustellen

Hier bekommst du einen Einblick in die Gedankenwelt der Generation, die jetzt und in den nächsten 20 Jahren unsere Wirtschaft prägen wird. Die sogenannte „Generation Z“, Gen Z, oder auch Digital Natives genannt, sind alle die, die um die Jahrtausendwende mit einem Smartphone in der Hand geboren wurden und nun nach und nach für den Arbeitsmarkt bereit sind.

Ganz so pauschal kann man das natürlich nicht sagen. Jeder Mensch entwickelt sich eigenständig und prägt eigene Werte und Ziele aus. Diese – zugegeben recht klischeehafte – Einteilung in verschiedene Generationen versucht, wesentliche Hauptmerkmale zu benennen und alle einzuordnen.

In der heutigen Welt des Fachkräftemangels müssen sich nach wie vor Unternehmen den Wünschen und Erwartungen von Bewerbern und Arbeitnehmern anpassen, um perspektivisch erfolgreich zu bleiben. Employer Branding, das heißt die öffentliche Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger, attraktiver Arbeitgeber, wird mehr denn je zu einer Schlüsseldisziplin. Und mehr denn je wird auch „nach Außen“ auf Unternehmen geblickt. Durch die Digitalisierung werden Unternehmensprozesse und Arbeitsbedingungen für jeden Außenstehenden immer transparenter.

x, y oder z – ist generationsübergreifende Unternehmenskultur möglich?

Viele Unternehmen sind noch immer damit beschäftigt, es „meiner“ Generation Y rechtzumachen. Anpassungen sind viel zu riskant, denkt sich womöglich mancher heute ohnehin überforderter Vorgesetzter. Dann lieber den exakt zur offenen Stelle passenden, fachkompetenten, jedoch in der Breite ungefährlichen Spezialisten der Generation X einstellen, der schon seit zehn Jahren im Business ist. So weiß man schließlich, was man hat und erhält darüber hinaus Arbeitsleistungen auch noch nach Feierabend. Oder die eierlegende Wollmilchsau der Generation Y, die hauptsächlich Wert auf eine adäquate Work-Life-Balance legt, denn das haben wir ja im Unternehmen schon implementiert…

… oder?

Was wird der Gen Z nachgesagt?

Die Absolventa schrieb in einem Artikel über die xyz-Generationen, dass die Generation Z wieder verstärkt zwischen Arbeit und Privatleben differenziert. Feste Abgrenzungen, sowie klare Strukturen, werden wieder gewollt. Den Laptop nach der Arbeit mit nach Hause zu nehmen, ist von dieser Generation nicht mehr gewünscht.

Über Leistungsorientierung, Freiheit & Motivation

Neulich habe ich mich mit einem unserer Praktikanten, gerade mal 18 Jahre jung, unterhalten. Bei meiner Frage: „Was motiviert dich?“ bekam ich folgende Antwort:

„Wenn man sich ein realistisches Ziel gesetzt hat, was man umsetzen kann und Leute um sich hat, die an einen glauben und das auch zeigen, motiviert mich das weitaus mehr, als eine kurzfristige Leistungserhöhung durch eine finanzielle Motivation. Meine Freunde und Bekannten verzichten auch lieber auf Geld und sind glücklich in ihrem Leben, als für viel Geld Aufgaben machen zu müssen, die sie nicht glücklich machen.“

Ihr Privatleben ist noch wichtiger, noch bewusster und abgegrenzter als das der Vorgängergeneration. Der Jugendforscher Hurrelmann sagte: „Das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern damit, dass Arbeit im digitalen Zeitalter überall und jederzeit möglich ist.“

Nicht eine hochbezahlte Position, die von den Angestellten zu viel abverlangt, ist attraktiv, sondern ein hoher Grad an Selbstbestimmung. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance nehmen sie als Selbstverständlichkeit.

 „Mir sind Freiheiten bei der Arbeit schon sehr wichtig. Es ist gut, dass man Aufgaben hat, die man erledigen muss. Ich möchte nicht das wo und wann entscheiden, sondern das „Wie“.

Gute Einstellung, finde ich, auch wenn ich gestehen muss, dass ich genau den gegenteiligen Anspruch habe. Aus meiner praktischen Berufserfahrung kann ich sagen, dass die Umsetzbarkeit dieser Anforderung doch ziemlich schwierig wird – im Handel oftmals bedingt durch strikte Vorgaben der Unternehmensdarstellung, bei kleinen und mittelständischen Unternehmen steht oftmals eine konservative Einstellung der Vorgesetzten und eine gewisse Verbohrtheit im Weg. Bringt dieser Generation Vertrauen entgegen, lasst sie auch einmal Fehler machen, denn nur aus diesen wird man bekanntlich an Erfahrung reicher. Am Ende werden beide Seiten von diesem Vertrauen profitieren.

„Wir sind eher eine Gemeinschaft, weniger Individualisten. Ich habe Erfolg, wenn meine Freunde auch erfolgreich sind.“ – Ludovic De Saint Serin, Modedesigner

Was gar nicht geht – NoGo’s für die jüngere Generation Arbeitnehmer


Ein höheres Bewusstsein für Umwelt und Gerechtigkeit zeichnet diese Generation merklich aus. Kommend aus der jetzigen umweltorientierten Bewegung und den Schreckensmeldungen über den Zustand unserer Erde sind die kommenden Arbeitnehmer durch ihre häusliche Prägung und durch ihren Umkreis weitaus umsichtiger und leben nachhaltiger.

„Dinge, die ich nie beruflich machen würde, ist eine Position in einer Firma annehmen, die die Umwelt verschmutzt. Auch Firmen, die „unehrlich“ sind und die ungerechte Arbeitsbedingungen haben, gehen gar nicht. Zudem wird man krank dadurch.“

Was kann aber ein Unternehmen, welches nicht gerade Hersteller von Produkten ist, hierfür tun? Dazu gibt es einige Beispiele: Begonnen bei der Schaffung von wilden Grünflächen auf dem Firmengelände oder Spendenaktionen für Tierheime, bis hin zur Unterstützung der Bienenpopulation oder dem Einkaufen von Fair-Trade-Produkten. Oftmals ist es auch schon ein großes Plus, möglichst viel Plastikmüll im Büro zu vermeiden und auf recycelbare Materialien umzustellen. Auch hier gilt der Spruch: „Tu‘ Gutes und sprich drüber.“ Macht auf solche Aktionen medial aufmerksam!

Wie erreicht und rekrutiert man die Generation Z am besten?

Als Unternehmen erreicht man die Generation Z häufig besser über Social Media-Plattformen als den Durchschnitt der Bevölkerung. Aus diesem Grund ist hierbei ein gut gepflegter Auftritt auf allen Kanälen besonders wichtig. Je breiter diese Kanäle aufgestellt sind, umso besser. Hier findest du interessante Beispiele. Die Nutzung von Facebook geht bei der Generation Z leicht zurück, umso mehr treten YouTube und Snapchat in den Vordergrund, gerade in einem Alter zwischen 10 und 15 Jahren.

Gesurft wird mittlerweile fast ausschließlich über Mobilgeräte. Aus diesem Grund ist eine Optimierung der mobilen Versionen der Seiten absolut unumgänglich, denn nicht nur das Shopping- und Einkaufserlebnis sind ein wesentlicher Faktor für Zufriedenheit und Loyalität, sondern auch die Unternehmensseite an sich.

„Beispielsweise kann man doch als Unternehmen Hashtags mit interessanten Bildern auf Instagram posten oder über Interessen bei Facebook nach Leuten suchen, die darauf dann reagieren. Werbung bei Facebook schaue ich mir öfters an, wenn sie mich anspricht, oder es etwas ist, was ich cool finde.“

An dich als Personalverantwortliche/r: Wie stehst du zu diesem Thema? Bist du diesbezüglich schon Herausforderungen begegnet? Schreib mir gern hier in unseren Kommentaren. Ich freue mich auf einen regen Austausch!

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