Die Rolle der Gestaltung in der Datenvisualisierung
Lesedauer 5 Minuten

Daten zielgruppengerecht aufbereiten und visualisieren – wieso, weshalb, warum?

Täglich werden weltweit unvorstellbare Datenmengen generiert und digital gespeichert. Jeder von uns trägt seinen Teil dazu bei, einfach indem wir durch das Internet surfen oder gezielt nach Informationen googeln. Nur schnell den aktuellen Status auf Facebook teilen, die letzte Laufstrecke mit dem Fitnessarmband tracken und mithilfe von Google Maps den kürzesten Weg zum Businessmeeting planen. Mit diesen Daten und mit den vielen digitalen kleinen Helfern strukturieren wir unseren Alltag oder organisieren unser Arbeitsleben. Damit wir aber die großen Datenmengen verstehen und die für uns relevanten Daten schnell filtern und analysieren können, müssen diese Daten grafisch aufbereitet werden. Dies gelingt am besten mit einer gezielten Datenvisualisierung.

Wieso ist es sinnvoll Daten grafisch darzustellen?

Aus einer großen Datenmenge relevante Daten zu suchen, ist langwierig und anstrengend. Aber nur aus relevanten Daten erhalten wir die für uns notwendigen und wichtigen Informationen. Diese Informationen wiederum ermöglichen es uns beispielsweise, weiterführende Verkaufsstrategien zu entwickeln oder unser weiteres Vorgehen bei Prozessen oder Projekten zu erarbeiten. Daher müssen die „rohen“ Daten aufbereitet und in Zusammenhang gebracht werden, damit wir die nötigen, relevanten Erkenntnisse für unsere weitere Arbeit erlangen können. Mit der grafischen Darstellung von großen Datenmengen werden diese Erkenntnisse sichtbar. Mithilfe einer Datenvisualisierung lassen sich verschiedene Bereiche vergleichen, Teilaspekte genauer betrachten sowie signifikante Zusammenhänge und die daraus resultierenden Informationen leicht erkennen. Außerdem benötigen große Datenmengen bei der Datenvisualisierung wenig Platz, um verständlich dargestellt zu werden. Hinzu kommt, dass wichtige Informationen mittels grafischer Darstellung einer breiten Zielgruppe zugänglich gemacht werden können.

Ziel und Zweck entscheidet über die Auswahl der Grafik

Daten können je nach Zielgruppe und Anwendungszweck ergebnisorientiert, grafisch oder illustrativ dargestellt werden. Hierbei ist entscheidend, wie die Informationen vermittelt werden sollen. Also muss zunächst klar sein, welches Ziel mit der Visualisierung verfolgt und welche Zielgruppe angesprochen werden soll.

Sollen beispielsweise Daten ein ausgewähltes Thema unterstreichen, bietet es sich an, die Daten vorab zu interpretieren und anschließend die relevanten Informationen in einer Infografik zu illustrieren. Damit wird der Zielgruppe erleichtert, die dargestellten Informationen zu verstehen. Infografiken kommen meistens in Zeitschriften oder in Blog Posts zum Einsatz und sind somit einer breiten Zielgruppe zugänglich.

Eine klassische und gängige Darstellung von Daten ist das Diagramm. Diese werden eher im Geschäftsumfeld, z. B. in Geschäftsberichten oder firmeninternen Dashboards, eingesetzt. Mit Diagrammen können noch größere Datenmengen und deren Zusammenhänge aus beispielsweise unterschiedlichen Firmenbereichen grafisch dargestellt werden. Aber mit der Datenvisualisierung lassen sich nicht nur große Datenmengen neutral und platzsparend darstellen, sie ermöglicht dem Betrachter auch eigene Interpretationen und Rückschlüsse über die abgebildeten Informationen. Durch Diagramme wird der Betrachter nicht vorab beeinflusst. Der Fokus der Datenvisualisierung liegt auf dem möglichst wahrheitsgetreu dargestellten Inhalt.

Doch um eine geeignete Datenvisualisierung zu realisieren, müssen vor allem die gesammelten Rohdaten zur Verfügung stehen. Denn die Art der Datenvisualisierung, also die Auswahl passender Diagramme, erfolgt anhand der Datenlage und dem Ziel der Visualisierung. Dabei ist zu beachten, dass nicht jedes Diagramm für jede Art der Informationsvermittlung geeignet ist.

Zusammenhänge oder Verteilungen zwischen Wertpaaren lassen sich beispielsweise durch Scatter Plots (Streudiagramme) oder Bubble Charts (Blasendiagramme) sowie Netze darstellen. Mit allen Formen von Balken-, Säulen- oder Liniendiagrammen werden Vergleiche von Daten am besten dargestellt. Kreis- und Ringdiagramme, auch bekannt als Torten- und Donut-Diagramme, Stacked Charts und TreeMap-Diagramme bilden jeweils Anteile eines Ganzen ab.

Diagramme verständlich gestalten

Eine verständliche Gestaltung der Diagramme erfolgt über die Farbauswahl und Beschriftung. Ist ein Corporate Design vorhanden, dann sollte sich die Farbe des Diagramms an diesem orientieren. Gleichzeitig dürfen ausgewählte Farben aber auch nicht vom dargestellten Sachverhalt ablenken. Farben wie Blauabstufungen oder Grautöne eignen sich optimal für Diagramme. Diese Farben werden neutral wahrgenommen und lenken nicht von den Inhalten ab.

Grelle oder auffällige Farben und Farben mit Bedeutung sollten vermieden werden, denn sie lenken den Fokus des Betrachters weg vom Inhalt hin zur Gestaltung. Rot beispielsweise wird im Allgemeinen als Warnfarbe wahrgenommen und sollte daher nur partiell für passende Sachverhalte genutzt werden. Grün dagegen wird als positiv wahrgenommen und kann beispielsweise eingesetzt werden, wenn es in einem Bereich Verbesserungen gegeben hat und diese hervorgehoben oder betont werden sollen.

Über die Farbwahl hinaus sorgt auch eine korrekte, möglichst genaue und nicht zu lange Beschriftung der Diagramme dafür, dass die Informationen aus den Diagrammen aufgenommen werden können. Zur Beschriftung zählen die Achsbeschriftungen, Legenden und unter Umständen die Beschriftungen einzelner Segmente. Die Achsbeschriftungen verdeutlichen dabei die Verhältnisse und Dimensionen innerhalb eines Diagramms.

Gibt es noch etwas bei der Datenvisualisierung zu bedenken?

Informationen können auf unterschiedlichem Weg für eine Zielgruppe veröffentlicht werden.

Ebenso wichtig wie die Auswahl der ziel- und zweckgebundenen Darstellungsform ist die Wahl des passenden Ausgabemediums der Datenvisualisierung. Je nach Ausgabemedium – ob Print, Digital, Facebook-Post, Geschäftsbericht, Fitness-App oder Firmendashboard – müssen die Diagramme ggf. für die Ausgabemedien oder -dateien optimiert werden. So kann es sein, dass Farben an den Druck oder Parameter für eine interaktive Nutzung angepasst werden müssen. Diese Anpassungen können einen hohen Arbeitsaufwand bedeuten. Aber gerade interaktive Datenvisualisierungen ermöglichen einem Nutzer eine tiefere Einsicht in die Datenstruktur und machen Teilaspekte schneller zugänglich als statische Diagramme.

Generell erleichtert also eine Visualisierung von Daten dem Betrachter, die wichtigen Informationen zu verstehen und mit der richtigen Gestaltung werden diese Informationen hervorgehoben. Die Gestaltung dient somit nie nur der Dekoration.

Bildquellen: Avistory – Dashboard, Konzeption und Gestaltung, Svenja Malin Kottutz, 2018, Braunschweig

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