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Bei der E-Commerce Expo in Berlin kamen am 13.2.2020 über 7.000 Interessierte und 180 Aussteller aus ganz Europa zusammen. Neben dem Networking stand die Informationsvermittlung im Vordergrund: 50 Speaker informierten die Besucher zu verschiedensten Themen.

Ich habe mir mehrere Vorträge zu unterschiedlichen Themen angehört. Die zwei für mich interessantesten stelle ich hier vor.

YouTube – Video Strategy for the future of E-Commerce

Wie ist es möglich, gezielt Werbung in den Videos auf YouTube zu platzieren, damit der Nutzer einen Mehrwert hat und die beworbenen Produkte gegebenenfalls eher kaufen würde? Auf diese Frage ist Shefali Bhatnagar auf der E-Commerce in Berlin eingegangen. Sie ist YouTube Action Lead bei Google Deutschland.

Google an sich überprüft das eigene Eco System, also unter anderem die Suchmaschine, um herauszufinden, wonach der Nutzer gesucht hat. Ungefähr 85 % der Nutzer, welche die Google Suche nutzen, sind ebenso auf YouTube aktiv. Durch die Ergebnisse kann gezielter Werbung in den jeweiligen Videos geschaltet werden. Suchanfragen werden sehr genau ausgewertet, um das Ergebnis stetig zu verbessern.

Des Weiteren wurde darüber gesprochen, dass aktuell gerade einmal 11,3 % der Einzelhändler in Deutschland ebenso im Internet mit ihren Produkten vertreten sind, wohingegen es bereits 22,3 % im Vereinigten Königreich sind.

Fazit: Google nutzt die Daten des gesamten Google-Angebots, um gezieltere Werbung für Nutzer zu schalten. Außerdem gibt es für Einzelhändler aktuell noch sehr viel Potenzial, sich im Bereich E-Commerce zu entwickeln.

Getting ready for PSD2 on time! How online fashion retailer Zalando and Mastercard implemented Strong Customer Authentication (SCA)

Carsten Muerl, Director Product Management von Mastercard und Andreas Schmidt, Head of API & Product Owner Payments von Zalando Payments sprachen über die neue Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Services Directive 2) oder auch Zwei-Faktor-Authentifizierung.

„Die PSD2 ist eine EU-Richtlinie zur Regulierung von Zahlungsdiensten und Zahlungsdienstleistern, deren Ziele es sind

    • die Sicherheit im Zahlungsverkehr zu erhöhen,
    • den Verbraucherschutz zu stärken,
    • Innovationen zu fördern und
    • den Wettbewerb im Markt zu steigern.“

Quelle: bundesbank.de

Hierzu gehört beispielsweise der von Mastercard entwickelte Identity Check sowie das von VISA entwickelte 3-D Secure-Verfahren.

Mit 3-D Secure (kurz 3DS) und ähnlichen Diensten wie dem Identity Check sollen das Betrugsrisiko und der Ausfall von Zahlungen durch Kreditkartenbetrug reduziert werden. Zudem wird den Shop-Betreibern die 3DS einsetzen der Zahlungseingang garantiert. Dieses Verfahren beinhaltet zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie Biometrie, also das Bestätigen per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Laut Mastercard haben bislang nur 60 % der Online-Händler diesen Dienst implementiert. Bisher gibt es darüber hinaus kaum Datenverkehr über diese Authentifizierung. Häufig kommt es vor, dass die Anfragen bereits bei der Authentifizierung fehlschlagen, da der Kunde zum Großteil nicht weiß, was er tun soll, wenn diese Abfrage kommt.

Fazit: Obwohl die Zwei-Faktor-Authentifizierung unter anderem den Verbraucher schützen und die Sicherheit im Zahlungsverkehr erhöhen soll, ist die Umsetzung im Augenblick noch nicht flächendeckend gegeben.

Die E-Commerce Expo Berlin startete 2016 mit 2.100 Teilnehmern. Seit dem wuchs sie stetig, sodass dieses Jahr zur fünften Expo über dreimal so viele Teilnehmer erwartet wurden. Dabei waren Vertreter aus einer Vielzahl von Branchen, darunter Mode, Reise, Automobil, Versicherung, Technologie und mehr.

Die sechste E-Commerce Expo Berlin ist bereits in Planung, nachdem dieses Jahr zahlreiche Aussteller, Speaker und Besucher dafür sorgten, dass der Tag unvergesslich und lehrreich wurde. Ich freue mich auf 2021!

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