Lesedauer 11 Minuten

Wer mit seinem Onlineshop erfolgreich verkaufen möchte, der kommt nicht umhin, sich mit dem Thema SEO zu beschäftigen. Schaut man sich die Suchergebnisseiten bei vielen Produkten an, stößt man sehr häufig auf die immer gleichen Shopnamen.

Viele Shopbetreiber geben an dieser Stelle dann häufig schon auf, doch das ist eigentlich unnötig. Praktisch hat jeder Shop die Möglichkeit, gute Rankings zu bekommen. Wie man dies schafft und worauf Shopbetreiber sich konzentrieren sollten, beschreiben wir in diesem Blogbeitrag.

Vertrauen schaffen

Das Wichtigste für einen Shopbetreiber ist es, Vertrauen zu schaffen. Der Kunde möchte sichergehen können, dass er seine Ware auch erhält. Gerade Neukunden sind sehr schwer zu überzeugen. Doch es gibt einige Möglichkeiten, hier unterstützend zu wirken und den Kauf zum Abschluss zu bringen.

Verschlüsselung

Das Thema ist gerade im Shopbereich sehr wichtig und wird später noch einmal aufgefasst. Daher sollte unbedingt sichergestellt sein, dass der komplette Shop entsprechend verschlüsselt ist. Ein gut sichtbar platziertes Logo, das nochmals darauf verweist, kann sich als Vertrauen schaffende Maßnahme erweisen.

Kontaktdaten

Immer wieder tauchen im Kaufprozess Fragen auf. Ist das Produkt für bestimmte Anwendungsfälle geeignet? Wie groß fällt die Hose aus? Da ist es für den potenziellen Kunden wichtig, dass er schnell Hilfe bekommt. Eine prominente Einblendung von Telefonnummer und Mailadresse ist hilfreich, eventuell auch ein Chatplugin über das man schnell Kontakt zum Kundenservice aufnehmen kann. Dem Kunden soll klargemacht werden, dass er nicht allein ist und man ihn jederzeit gerne unterstützt.

Zahlungsanbieter

Jeder Kunde hat seinen präferierten Zahlungsweg. Daher sollte der Shopbetreiber auch möglichst mehrere Zahlungswege anbieten. In Deutschland liegen der Kauf auf Rechnung und die Zahlung mittels PayPal in der Beliebtheitsskala ganz vorne. Wer beide Zahlungsmöglichkeiten anbietet, kann davon ausgehen, dass es zumindest aus diesem Grund wenig Kaufabbrüche gibt. Je mehr Zahlungsmöglichkeiten zur Auswahl stehen, desto besser. Hier sollten auch die entsprechenden Logos der Anbieter mit eingebunden werden, damit der Kunde im Vorfeld schon weiß, welche Zahlungsmöglichkeiten es gibt.

Lieferdienst

Wie bei den Zahlungsanbietern gibt es auch bei den Lieferdiensten welche, die der Kunden gegenüber anderen bevorzugt. Auch hier sollte frühzeitig klargemacht werden, welcher Lieferdienst zum Einsatz kommt. Hat der Kunde vielleicht sogar die Möglichkeit selbst auszuwählen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Kaufabbruchs schon wieder etwas geringer.

Auch wichtig: die Möglichkeit eine abweichende Lieferadresse anzugeben. Packstationen oder Paketshops, aber auch der im Homeoffice arbeitende freundliche Nachbarn werden gerne genommen. Ein extra Bereich für eine abweichende Lieferanschrift sollte daher unbedingt integriert werden.

Auch hier sollten als vertrauensbildende Maßnahme die Logos der Lieferdienste gut sichtbar eingebunden werden, damit der potenzielle Kunde schon im Vorfeld weiß mit welchem Anbieter seine Ware geliefert wird.

https-Verschlüsselung

Nicht nur um gegenüber dem Shopbesucher Vertrauen aufzubauen ist es wichtig, den kompletten Webshop mit einer https-Verschlüsselung zu versehen. Eine https-Verschlüsselung ist inzwischen zu einem Rankingkriterium bei Google geworden. Dabei ist drauf zu achten, dass auch die verwendeten Fotos grundsätzlich über eine https-Verschlüsselung verfügen und auch über die verschlüsselte URL eingebunden sind. Sonst kommt es dazu, dass der Shop zwar verschlüsselt ist, durch die Verwendung nicht verschlüsselter Fotos aber als nicht sicher markiert wird. Das gefällt weder Google noch den Shopbesuchern und kann somit zu einer erhöhten Absprungrate führen.

Ein https-Zertifikat lässt sich leicht einbinden und viele Webhoster bieten hier kostengünstige bzw. kostenlose https-Zertifikate an, die sich mit wenigen Klicks buchen und installieren lassen.

Wissenswertes rund um https-Zertifikate, ihre Installation und mehr findet sich auch auf https://www.https-guide.de/.

Nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern gerade auch wenn es darum geht Vertrauen aufzubauen, ist ein https-Zertifikat daher unumgänglich. URLs mit http:// sollten mittels 301-Redirect auf https:// weitergeleitet werden. Dies vermeidet internen Duplicate Content. Links auf die http-URLs zahlen dann auch positiv auf das Ranking der https-URLs ein.

Du möchtest deinen Shop verbessern?

URL-Struktur und Canonical URL

Nicht zu unterschätzen ist auch die URL-Struktur eines Shops. Sie ist nicht nur aus SEO-Perspektive wichtig, sondern auch, um die Lesbarkeit zu erleichtern. Einfach gesagt:

  • https://www.meinshop.de/geschirr/wokpfanne/

lässt sich nicht nur leichter merken, sondern z. B. auch sprachlich einfacher weitergeben als

  • https://www.meinshop.de/product_info.php?products_id=6814

Dazu kommt, dass auch Google sprechende URLs, also die obere Variante, lieber mag als diese kryptischen URLs. Inzwischen unterstützen alle relevanten Shopsysteme derartige sprechende URLs. Wessen Shopsystem das bisher nicht kann, der sollte schauen, ob es dafür ein Update gibt oder auch ruhig mal über den Wechsel des Shopsystems nachdenken. Die URL-Struktur wie auch die URL-Bezeichnungen zahlen mit auf das Ranking der betreffenden Seite ein.

Title-Tags und Meta Description

Ganz wichtig für ein gutes Ranking bei Google und eine hohe Klickrate auf die Suchergebnisse sind die Title-Tags und Meta Description der einzelnen Shopseiten. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen und hier wird noch viel zu oft jede Menge Potenzial verschenkt.

Title-Tags

Grundsätzlich gilt: Das Title-Tag sollte für jede einzelne Seite individuell gestaltet sein und möglichst 50-55 Zeichen umfassen. Dabei gilt: Je weniger gleiche oder ähnliche Begriffe darin vorkommen, desto besser. Individualität ist bei den Title-Tags das A & O.

Gut:

  • Rote Adidas Damensneaker in Größe 38 bei meinshop.de kaufen
  • Adidas Laufschuhe für Frauen (rot, Größe 39) kaufen – meinshop.de

Nicht gut:

  • meinshop.de – Adidas – Damensneaker – Rot – Größe 38 kaufen
  • meinshop.de – Adidas – Damensneaker – Rot – Größe 39 kaufen

Die Title-Tags können sich sehr positiv auf das Ranking der betreffenden Seite auswirken, weshalb hier großes Augenmerk drauf gelegt werden sollte.

Meta Description

Ähnlich ist es auch bei der Meta Description. Grundsätzlich sollte auch diese individuell auf jede Seite angepasst werden. Dabei ist in erster Linie darauf zu achten, dass die Meta Description eine zum Klick auf das Suchergebnis animierende Aussage enthält.

Wer diese Meta Description nicht selbst festlegt, der muss davon ausgehen, dass Google sich selbst irgendwelche Inhalte aus dem Content der jeweiligen Seite zieht und als Meta Description im Suchergebnis einblendet. Das kann gut funktionieren, aber in sehr vielen Fällen eben auch nicht. Daher sollte man hier unbedingt selbst individuell Hand anlegen und die Meta Description selbst definieren. Eine Description von ca. 155 Zeichen ist hier optimal.

Eine optimierte Meta Description verbessert nicht per se das Ranking, kann aber maßgeblich an einer Verbesserung der Klickrate Anteil haben und auf diese Weise für mehr Besucher von Google sorgen. Daher kann die Meta Description durchaus eine direkte Kundenansprache enthalten, sollte aber auch das Hauptkeyword mit enthalten.

Produktbeschreibungen

Ein wichtiger Faktor für gutes Ranking sind Produktbeschreibungen. Sehr oft werden diese aber vernachlässigt. Häufig werden vorgefertigte Produktbeschreibungen von Herstellern oder Großhändlern verwendet, viel zu oft gibt es auch gar keine oder nur eine ganz minimale Produktbeschreibung, die sich dann auf ein paar Fachkürzel beschränkt.

Damit können häufig weder die Shopbesucher noch Google etwas anfangen. Gerade die Produktbeschreibung ist wichtig, denn sie stellt einen wesentlichen Teil des Contents der Produktseite dar. Fehlt hier eine ausführliche und individuelle Produktbeschreibung, fehlt vielfach der einzige unique Content, abgesehen von Überschriften mit der Produktbezeichnung. Dann finden sich zumeist nur noch allgemeine Inhalte, die auf allen Seiten des Shops gleich sind.

Produktbeschreibungen erfüllen damit also mehrere Aufgaben:

  • Sie informieren den Shopbesucher detailliert über das Produkt.
  • Sie animieren den Shopbesucher zum Kauf des Produktes.
  • Sie genieren neue Keywords und sorgen für zusätzliche Rankings und damit auch für zusätzliche Besucher.

Produktbeschreibungen sollten so ausführlich wie möglich sein, dabei aber den Shopbesucher nicht erschlagen. Eine entsprechende Verteilung der Beschreibung über die gesamte Produktseite ist daher anzuraten.

Wichtig im Rahmen der Gestaltung der Produktbeschreibungen sind auch die Überschriften. Die Hauptüberschrift sollte mit H 1 deklariert werden und dabei möglichst identisch zum Title-Tag sein. Die anderen Überschriften sollten, je nach Wichtigkeit, mit H 2 – H 6 hierarchisch deklariert werden. Hierbei sollte auch darauf geachtet werden, wie wichtig die hierbei verwendeten Überschriften tatsächlich sind und ob es dafür auch ein relevantes Suchvolumen gibt.

Der Aufwand zur Erstellung von individuellen Produktbeschreibungen macht sich durch mehr Shopbesucher und mehr Umsatz positiv bemerkbar und sollte daher nicht außer Acht gelassen werden.

Produktbilder

Produktbilder sind wichtig in einem Onlineshop. Zugegeben, wer nur Softwarelizenzen verkauft, braucht sicherlich weniger Bilder als jemand der Textilien oder Möbel verkauft. Dennoch sind Bilder als erklärendes Element sehr wichtig. Bilder sollten so eingebunden werden, dass auf ihnen alle wichtigen Elemente klar zu erkennen sind. Die Funktion ein Bild zu vergrößern, sollte gegeben sein. Bei der Einbindung sollte darauf geachtet werden, dass die Bilder nicht zu groß sind. Niemand braucht in einem Shop Produktbilder mit 20 Megapixel. Sie sollten daher vor dem Upload bereits entsprechend verkleinert und komprimiert werden. Das wirkt sich auch positiv auf die Ladezeiten aus. Es kann auch sinnvoll sein, eigene Bilder zu nutzen und nicht (ausschließlich) auf Herstellerbilder zurückzugreifen. Dadurch kann man sich positiv abheben, gerade auch in der Google Bildersuche. Diese kann zu einem weiteren Traffic-Kanal werden. Das ist am einfachsten, wenn man Bilder nutzen kann, die sonst niemand nutzt. Wichtig auch: alle Bilder mit individuell passenden Title-Tags und Alt-Tags versehen! Das hilft nicht nur dem Googlebot, sondern auch sehbehinderten Menschen, die Screenreader nutzen.

Ausschluss nicht im Index benötigter Seiten

Nicht jede existente Seite muss auch bei Google auffindbar sein. Manche Seiten sind zwar rechtlich vorgeschrieben, aber damit ist nicht gesagt, dass sie auch bei Google gefunden werden müssen. Und andere sind nur vom Shopsystem abhängige Kopien, die auch nicht bei Google auftauchen sollen. Daher sollte hier genau geprüft werden welche Seiten wirklich für Google relevant sind. Wo macht es Sinn, dass potenzielle Kunden in den Shop einsteigen? Produktseiten und Kategorieseiten sollten auf jeden Fall indexiert werden. Aber die Widerrufsbelehrung, das Kontaktformular, Lieferbedingungen usw. sind zwar wichtig, aber nicht für Google. Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Seiten von Google indexieren zu lassen, sondern lediglich darauf, dass die richtigen Seiten indexiert werden. Das Metatag „robots“ auf jeder Unterseite ist hier sehr hilfreich. Dies mit einem „noindex, follow“ versehen, verbietet dem Googlebot die Indexierung der entsprechenden Seite. Der Googlebot hält sich grundsätzlich an diese Vorgaben, sofern man sie ihm macht.

Ladezeiten

Immer wichtiger für ein gutes Ranking werden die Ladezeiten einer Webseite. Da Ladezeiten auch ein wesentlicher Faktor in Hinblick auf die Absprungrate der Shopbesucher sind, ist es immens wichtig dieses Thema in den Vordergrund der Maßnahmen zur suchmaschinenfreundlichen Gestaltung eines Shops zu rücken. Schon Verkürzungen der Ladezeit um einige Zehntelsekunden können die Absprungrate senken und zu zusätzlichen Käufen führen. Daher sollten z. B. die Serverkonfigurationen überprüft und ggf. ein Serverwechsel initiiert werden, wenn hier Schwachstellen auftreten.

Ansonsten sollte mit Cachemodulen gearbeitet werden, die eine lokal gespeicherte Kopie einer Seite schneller laden, als wenn umständlich die Seite aus der Datenbank bei jedem Aufruf zusammengestellt wird. Im Normalfall verringert das Caching einer Webseite deren Ladezeit massiv. Mit Tools wie webpagetest.org und Google Pagespeed Insights lassen sich Schwachstellen finden. Damit kann man leicht ermitteln, wo Punkte sind, an denen man ansetzen kann, um die Ladezeit weiter zu verkürzen bzw. den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen überprüfen.

Responsives Webdesign

Ein wichtiger Punkt ist das Vorhandensein eines responsiven Webdesigns, das sich auf Smartphone und Tablets entsprechend anpasst. Heutzutage werden in Deutschland bereits zwei Drittel aller Suchanfragen mittels mobiler Endgeräte durchgeführt. Heißt auch, die Leute kommen mittels Smartphone in den Shop und wollen selbigen komfortabel bedienen können. Ansonsten springen sie schnell ab. Auch Google verfolgt einen mobile first-Ansatz und legt Wert auf eine gute Nutzbarkeit der mobilen Seite. Daher sollte man die Optimierung des Shops im Hinblick auf die Nutzung mittels Smartphone und Tablets unbedingt auf der Agenda haben.

Fazit

Der Aufwand, den ein Shopbetreiber betreiben muss, damit sein Shop bei Google gut gefunden wird, ist recht hoch. Doch es lohnt sich, diesen Aufwand zu betreiben, denn langfristig kann man auf diese Weise recht preiswert zu zusätzlichen Besuchern kommen. Und wer im Shoppingsegment Google nutzt, ist auch bereit Geld auszugeben. Daher ist es hier vergleichsweise einfach, die über Suchmaschinen kommenden Besucher auch zu Käufern zu machen. Das Drumherum muss nur stimmen und mit diesem Guide soll zumindest der Grundstein gelegt werden, dass auch Betreiber kleinerer Shops entsprechend erfolgreich in punkto SEO agieren können.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.