Lesedauer 10 Minuten

WordPress ist das mit Abstand meistgenutzte CMS weltweit. Schon von Haus aus bringt es zahlreiche Funktionen mit, die es ermöglichen, die Webseite suchmaschinenfreundlich zu gestalten, wenn man die richtigen Einstellungen wählt. Zudem gibt es zahlreiche Plugins und externe Tools, die weitere Verbesserungen in Hinblick auf die suchmaschinenfreundliche Gestaltung einer Webseite ermöglichen.

Deshalb haben wir für dich eine Checkliste erstellt! Mit der Umsetzung dieser Punkte hast du ein gutes Grundgerüst, auf das du aufbauen kannst, um deine Seite leichter auf den vorderen Plätzen bei Google zu positionieren.

HTTPS-Verschlüsselung aktivieren

Auch wenn du keinen Shop betreibst, solltest du deine komplette Webseite mit einer HTTPS-Verschlüsselung versehen. Das hinterlässt beim Besucher der Webseite nicht nur einen positiven Eindruck, sondern ist inzwischen auch ein Rankingmerkmal bei Google. Achte auch darauf, dass deine unverschlüsselten URLs per 301-Redirect auf die verschlüsselten URLs weitergeleitet werden. Damit vermeidest du interne doppelte Inhalte. Auch externe Inhalte, die auf deiner Seite eingebunden sind, sollten verschlüsselt sein. Falls nicht, prüfe ob diese Inhalte auch verschlüsselt vorliegen und verwende in diesen Fällen die entsprechende URL. Ansonsten kontaktiere den Anbieter der Inhalte und bitte ihn, seine Inhalte auch mit einer SSL-Verschlüsselung zu versehen.

HTTPS-verschlüsselte Seiten haben zudem einen Performancevorteil. Auch das ist ein SEO-Aspekt.

Anzeige SSL-Verschlüsselung

Um HTTPS zu nutzen, musst du ein entsprechendes SSL-Zertifikat beantragen. Das kannst du recht einfach und zumeist sogar kostenlos über deinen Webhostinganbieter machen. Es ist wichtig, dass in den allgemeinen Einstellungen bei WordPress auch die URL mit HTTPS korrekt eingetragen ist. Dies solltest du erst machen, wenn das Zertifikat aktiv ist.

SSL-Link bei WordPress hinterlegen

Schneller Webspace für deine Seite

Ein Rankingkriterium ist die Ladezeit einer Webseite. Je schneller die Seite geladen ist, desto besser. Lange Ladezeiten sorgen für hohe Absprungraten. Je schneller also die Seite lädt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Webseitenbesucher auch dort bleiben. Wichtig ist in diesem Zusammenhang natürlich der Webspace, auf dem deine WordPress-Installation gehostet ist. Hier sollte im Vorfeld nach einem Hoster Ausschau gehalten werden, der eine sehr gute Performance garantieren kann. WordPress ist durchaus etwas anspruchsvoll, was den Webspace betrifft. Die meisten Webhoster haben ihre Angebote inzwischen auch darauf angepasst. Es gibt zudem Webhoster, die ihre Server speziell für die Anforderungen von Webseiten auf WordPress-Basis ausgelegt haben. Dort kannst du sicher sein, dass deine WordPress-Installation problemlos funktioniert. Empfehlenswert ist es, wenn der Speicherplatz auf SSD-Festplatten bereitgestellt wird. Diese sind schneller als herkömmliche HDD-Festplatten. Wichtig ist auch, dass der Webspace aktuelle Versionen von PHP unterstützt, im Augenblick also mindestens PHP 7.4. PHP 8 wäre noch besser und würde sich auch in Sachen Geschwindigkeit positiv bemerkbar machen.

Positive Erfahrungen beim Hosting für WordPress haben wir mit WP-Projects* und Estugo* gemacht.

Das richtige Theme für deine Webseite

Auch die Themeauswahl spielt in Sachen SEO eine wichtige Rolle. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Theme responsiv ist, sich also auf Endgeräten mit kleineren Displays entsprechend anpasst. Gerade ältere WordPress-Themes sind häufig noch nicht responsiv. Bei der Auswahl solltest du dies vorab prüfen, damit es nachher keine böse Überraschung gibt. Da bei Google der Mobile First-Ansatz zählt, ist ein responsives Theme elementar wichtig. Eine Webseite, die mobil nicht bequem zu bedienen ist, werden die Benutzer schnell wieder verlassen und dann ggf. bei der Konkurrenz ihr Glück versuchen. Daher kann sich das Fehlen eines responsiven Designs auch negativ auf das Ranking der Webseite auswirken.

Bei der Themeauswahl für deine WordPress-Seite ist zudem drauf zu achten, dass das Theme nicht mit Funktionen überladen ist. Je mehr zusätzliche Funktionen implementiert sind, desto größer ist nicht nur die Gefahr von Sicherheitslücken, sondern auch die negative Auswirkung auf die Performance. Wenn zig JavaScripts geladen werden, um Funktionen auszuführen, die man eigentlich nicht wirklich benötigt, dauert es länger, bis die Webseite komplett geladen ist. Daher sollte man genau prüfen, ob etwaige Zusatzfeatures des jeweiligen Themes wirklich benötigt werden oder ob ein minimalistischeres WordPress-Theme nicht doch besser geeignet ist.

Im Backend findest du unter dem Menüpunkt „Design“ den Unterpunkt „Themes“. Dort klickst du auf „Theme hinzufügen“ und hast dann eine sehr große Auswahl an WordPress-Themes, die du mittels diverser Filter einschränken kannst, um so gezielt nach einem WordPress-Theme zu suchen, das für deine Webseite die nötigen Funktionen mitbringt.

Gute Erfahrungen haben wir, gerade auch was die Ladezeiten und die Flexibilität angeht, mit Generate Press gemacht.

Die Plugin-Auswahl

Hier ist es wie der Funktionsbreite des Themes: weniger ist mehr. Auch hier solltest du schauen, dass du mit möglichst wenig Plugins auskommst. Diese können die Performance der Webseite beeinträchtigen. Daher sollten nur die Plugins installiert sein, die du wirklich benötigst. Auch solltest du darauf achten, dass nicht mehrere Plugins die gleichen Funktionen abdecken. Das kann dann dazu führen, dass sich die Plugins gegenseitig blockieren oder Fehler erzeugen, die zum Beispiel den Googlebot verwirren können. Also schau zuerst, ob eine bestimmte Funktion nicht bereits durch WordPress selbst oder durch das verwendete Theme abgedeckt ist, bevor du dafür ein Plugin installiert.

Welche Plugins sollten standardmäßig installiert werden?

Grundsätzlich sollte man auf jeden Fall ein SEO-Plugin installieren. Hier gibt es mehrere, die allesamt gute Arbeit leisten. Wir empfehlen das Yoast SEO-Plugin, mit dem wir selbst sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Ebenfalls zu den Standard-Plugins gehört ein Cache-Plugin. Hier ist, in Abhängigkeit mit dem verwendeten Webspace und den anderen im Einsatz befindlichen Plugins zu prüfen, welches Cache-Plugin die besten Ergebnisse bietet. Dies kann sich durchaus unterscheiden.

Autoptimize, Cachify oder W3 Total Cache sind drei Cache-Plugins, die immer wieder gute bis sehr gute Ergebnisse liefern und somit zu einer Beschleunigung der Ladezeiten beitragen. Das freut die Webseitenbesucher ebenso wie Google.

Um der DSGVO gerecht zu werden, solltet ihr zudem das kostenpflichtige Borlabs Cookie-Plugin installieren, mit dem eure Besucher festlegen können, was getrackt werden darf und was nicht. Das Plugin ist zwar nicht kostenpflichtig, erfüllt aber alle bestehenden Anforderungen der DSGVO und ist daher auch sehr weit verbreitet unter WordPress-Nutzern.

Plugins zur Bildoptimierung

Ebenso wichtig für geringe Ladezeiten ist die Komprimierung der verwendeten Bilder. Hier kommt es natürlich drauf an, wie bildlastig deine Seite ist. Der Hochzeitsfotograf hat auf seiner Seite sicher viel mehr Fotos als Referenz eingebunden als ein Steuerberater oder Bestatter. Sorge dafür, dass bereits beim Hochladen der Fotos auf dem Server diese nur in der maximal benötigten Größe hochgeladen werden. Niemand braucht ein 20 Megapixel-Foto auf einer Webseite.

Um die Fotos so klein wie möglich zu machen, sollte daher ein entsprechendes Plugin verwendet werden. Nach verschiedenen Tests haben wir sehr gute Erfahrungen mit Short Pixel gemacht, das es in einer kostenlosen wie auch einer kostenpflichtigen Version gibt. Abhängig ist dies von der Zahl der monatlich komprimierten Fotos.

Bilder suchmaschinenfreundlich gestalten

Bei Bildern kommt es nicht nur darauf an, dass sie von der Dateigröße her möglichst klein sind. Sie sollten auch für den Googlebot leicht zuzuordnen sein. Daher sollte die Bilddatei möglichst aussagekräftig benannt sein, anstelle 675896799.jpg also lieber tischkicker.jpg. Auch sollte jedes Bild mit einem Alt-Tag versehen sein, der ebenfalls beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist. Damit ergeben sich gute Chancen, dass die Bilder dann auch über die Google Bildersuche gefunden werden. Außerdem kann so auch der Inhalt der betreffenden Unterseite genauer analysiert und die Unterseite entsprechend gerankt werden. Die entsprechenden Daten zu den einzelnen Bildern kannst du jedem Bild in der Mediathek deiner WordPress-Installation zuweisen. Die Benennung der Bilddateien solltest du bereits vor dem Upload machen.

Sprechende URLs bei WordPress aktivieren

Nach der Installation von WordPress sieht die URL-Struktur ungefähr so aus:

meinedomain.de/?p=1234

Solche kryptischen URLs sind nicht sehr suchmaschinenfreundlich. WordPress bietet daher von Haus aus die Möglichkeit, die URLs sprechend zu gestalten. Im Backend im Bereich „Einstellungen“ findet ihr den Menüpunkt „Permalinks“. Dort wählt ihr am besten die Einstellung „Beitragsname“.  Haken rein und unten aus „Änderungen speichern“ klicken – schon hast du sprechende URLs. Dies ist ein kleiner Rankingfaktor, der jetzt zwar nicht irgendwelche riesigen Auswirkungen hat, aber in der Gesamtheit der Rankingfaktoren wirkt sich das positiv aus.

URL-Struktur der Permalinks festlegen

Indexierbarkeit durch Google sicherstellen

Im Backend von WordPress gibt es im Bereich „Einstellungen“ den Unterpunkt „Lesen“. Dort findet man ganz unten den Bereich „Sichtbarkeit für Suchmaschinen“.

Wenn die Seite vom Googlebot indexiert werden soll, dann ist es wichtig, dass dort KEIN Haken in dem Feld gesetzt ist. Wenn sich die Seite noch im Bau befindet, kann man sie beispielsweise von der Indexierung ausschließen, doch sobald sie fertig ist, sollte der Haken dort entfernt werden, damit der Googlebot alle Inhalte crawlen und in den Suchmaschinenindex aufnehmen kann.

Wordpress für Google zur Indexierung freigeben

Unwichtige Inhalte von der Indexierung ausschließen

Wenn du bloggst und dabei mit Tags arbeitest, solltest du die Tag-Seiten von der Indexierung ausschließen. Sie erzeugen nämlich nur doppelte Inhalte, da sie nur die entsprechend getaggten Beiträge enthalten. Die meisten SEO-Plugins haben dafür einen Punkt, bei dem man die Indexierung der Tag- oder Schlagwortseiten abschalten kann. Dann werden diese Seiten mit einem noindex-Metatag versehen, an den sich die Suchmaschinenroboter auch halten. Die Seiten existieren dann weiterhin, sind aber über die Google-Suche nicht auffindbar. Wichtig ist nur, dass deine wichtigen Seiten, also die mit echten eigenen Inhalten, in der Google-Suche auffindbar sind.

Beim SEO-Plugin Yoast kannst du unter jedem einzelnen Beitrag festlegen, ob er indexiert werden soll.

Für alle Beitragsarten innerhalb deiner WordPress-Installation kannst du auch übergreifend festlegen, ob sie indexiert werden soll oder nicht. Unabhängig davon kann man dies für einzelne Inhalte auch abweichend individuell mittels Yoast festlegen.

Indexierung einzelner Teilbereich in Yoast definieren

XML-Sitemap generieren

Wenn die Webseite fertig ist, solltest du sicherstellen, dass der Google-Bot auch alle Seiten findet, die indexiert werden sollen. Helfen kann dabei eine XML-Sitemap, eine Art Inhaltsverzeichnis. WordPress erstellt seit der Version 5.5 automatisch eine XML-Sitemap. Allerdings kann man hier keinen direkten Einfluss nehmen, was WordPress dort rein schreibt. In Kombination mit einem SEO-Plugin wie Yoast kannst du Sperrungen von einzelnen Seiten oder Beiträgen vornehmen, die dann auch nicht in der XML-Sitemap auftauchen sollten. Ansonsten bieten die meisten SEO-Plugins auch die Erstellung einer XML-Sitemap an. Die erstellte XML-Sitemap solltest du dann in der Google Search Console hinterlegen.

Interne Verlinkung optimieren

Ein wichtiger Punkt in Sachen SEO ist die interne Verlinkung. Dabei geht es darum, dass jede Unterseite wenigstens 5-7 mal intern von anderen Seiten verlinkt wird. Bei der internen Verlinkung sollte möglichst das Hauptkeyword der verlinkten Unterseite auch im Linktext verwendet werden. Im Abschnitt zur XML-Sitemap seht ihr das an einem Beispiel. Mit Tools wie Screaming Frog könnt ihr ermitteln, welche eurer Unterseiten wie oft intern verlinkt wird und wo es noch Bedarf an internen Links gibt. Grundsätzlich gilt: je wichtiger eine bestimmte Unterseite ist, desto häufiger sollte sie auch intern verlinkt werden. Die Verlinkung kannst du manuell einrichten, bei größeren Projekten kann die Verwendung eines Plugins wie Internal Link Building hilfreich sein.

Achte auch darauf, dass die Links so gesetzt sind, dass der Webseitenbesucher diese leicht findet. So sorgst du dafür, dass sich dieser leichter durch deine Webseite klicken kann und länger bei dir verweilt. Das erhöht zudem die Chance, dass der Webseitenbesucher bei dir etwas kauft, bestellt, sich für einen Newsletter registriert oder ähnliches.

Zu viel Aufwand, zu viel noch unklar? Wir helfen dir gerne bei der Optimierung deiner WordPress-Seite.

Es ist einiges im Vorfeld zu tun, damit Google beste Voraussetzungen hat, um deine Seite gut in den Suchergebnissen zu platzieren. Und je nachdem, wie deine WordPress-Seite genau aufgebaut ist, welche Funktionen es dort gibt, welche Plugins verwendet werden und auch welches Theme zum Einsatz kommt, können mit der Zeit noch viele weitere Dinge relevant werden, um deine WordPress-Seite suchmaschinenfreundlich zu machen.

*) Erläuterung Affiliate-Link: Wenn du da drauf klickst und anschließend etwas auf der Seite bestellst, bekommen wir eine kleine Provision – dein Preis ändert sich aber nicht.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.